RauFu.

Follow Wind. Malerei zwischen China und Europa

Die europäische Idee einer zentralperspektivischen Darstellung mit einer geometrischen Aufteilung des projizierten Raums, in dem die Größenverhältnisse in bestimmten Intervallen abnehmen, dient dazu, die Realität möglichst vollständig in ihren drei Dimensionen wiederzugeben.

Dem steht der Jahrhunderte alte Leitsatz chinesischer Künstler gegenüber, dass eine Landschaft von mehreren Standpunkten aus gesehen werden muss, um ihr Wesen zu ergründen.

Statt einer naturgetreuen Darstellung der Landschaft geht es Rao Fu in erster Linie um die Vermittlung einer Stimmung und Atmosphäre, die im Betrachter Empfindungen wecken sollen.
Auch die phantastischen Bildwelten von Rao Fu sind von den unterschiedlichen Kulturen des Ostens und Westens geprägt, wie auch seine eigene Biografie diese beiden Pole vereint. Fu wurde in Peking geboren und wuchs in Tsingtau auf.

Mit Anfang zwanzig kam er nach Deutschland, um an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden Malerei und Grafik zu studieren. Was er dort an westlichen Kunsttraditionen lernte, verbindet er mit Techniken, Motiven und Materialien chinesischer Malerei, deren wichtigste Utensilien Papier, Pinsel und Tusche sind. Nach einigen Experimenten – unter anderem mit Sojasauce – entdeckte er Bitumen als Farbe, die er bis heute in Kombination mit Pigmenten und Ölfarben verwendet.

Weil das schwarz-braune, ölige Bitumen wasserlöslich ist, vereint es Eigenschaften westlicher Ölmalerei mit der Ausdrucksvielfalt von chinesischer Tuschemalerei. Je nach Wahl des Pinsels, der Saugfähigkeit des Papiers und der Dosierung der Wassermenge lässt sich die Intensität des Farbauftrags nuanciert steuern. Feinste Ausarbeitung von Details ebenso wie eine sparsame, fast grobe Linienführung, mit der sich ein Motiv mit wenigen Strichen andeuten lässt, finden sich auf den Bildern wie „Follow Wind“ von 2014, wobei Rao Fu seine Farbpalette auf eher dunkle, erdige Schwarz-, Braun- und Grautöne beschränkt, die durch Akzente in Blau, Rot und zuweilen Gelb ergänzt werden. Als programmatisch für seine Malereiauffassung kann der Titel der Serie von Gemälden interpretiert werden. „Follow Wind“ ist eine freie grammatikalische Übersetzung von „sui feng“, dessen Bedeutung sich nicht in „mit dem Wind“ erschöpft, sondern ebenfalls einer „Intuition zu folgen“ meint.

Selbst bei der Künstlergeneration von Rao Fu besteht ein starkes Bewusstsein für die technischen, aber auch die philosophischen Ressourcen der eigenen Malereitradition, beim Malen den Gedanken freien Raum zu lassen und den Pinsel ohne Intentionalität auf den Malvorgang zu führen.

Dr. Constanze von Marlin
Weitere Künstler

Selected Exhibitions

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2017 Volta Basel
2017 Scope Basel
2017 Art Karlsruhe
2017 The London Art Fair
2016 Context | Art Miami
2016 Art Fair, Cologne
2016 Breakfast. Knight Webb Gallery, London
2016 Code Art Fair, Copenhagen
2016 Scope Basel
2016 London Art Fair Islington, London
2015 Context | Art Miami
2015 Knight Webb Gallery, London
2014 Galerie Irrgang Berlin
2014 Knight Webb Gallery, London
2014 Aqua Art Miami
2014 BLOOOM Köln
2013 Aqua Art Miami
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2013 Affordable Art Fair; London
2013 Knight Webb Gallery, London
2012 BLOOOM Köln
2012 Affordable Art Fair, New York
2012 Kunst Kompakt 10, Gladbeck
2012 Woodward Gallery, New York
2011 Galerie Irrgang, Leipzig
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2011 Berliner Liste
2010 Berliner Liste
2010 Artfair Line Art Gent; galerie in-art  
2009 Berliner Liste
2009 C.A.R. contemporary art ruhr
2008 Galerie meisterschüler Berlin
2008 Foundation of Produzentengalerie Juliane Hundertmark in Berlin
2007 ART-Center, Berlin
2006 Städtische Galerie Braunschweig
2006 Künstlerhaus Bethanien, Berlin
2004 young art, Kunstpark, München
2005 Galerie im Pixeltower, Berlin
2004 Galerie ‘am Storchenturm’, Berlin
2002 Galerie acud, Berlin
2002 Kunstverein Hof
2001 Kunstverein Plauen
1998 Kunstverein Hof
1998 Kunstverein Bayreuth
1997 Hypogalerie, Munich
1995 "Mahnmal" Synagoge Kronach
1994 Symposium für Malerei Kronach Awards
2004 Preis des Kunstvereins Bayreuth für junge Kunst
2000 Preis der Messe für junge Kunst Leipzig
2000 Großer Preis der Sparkassen-Stiftung für junge Kunst Nürnberg
1994 erster Preis im Designwettbewerb Dall opera in München
weitere künstler

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